International, scheißegal

EuropaPokal EuropaPokal, Borussia Dortmund InterNational

SG Dynamo Dresden – Borussia Dortmund 0:2 (0:0)
03. März 2015, Rudolf-Harbig-Stadion, 30.500 Zuschauer, DFB-Pokal 2014/15

Wenn schon womöglich keinen Europapokal in Zukunft, dann wenigstens zum Pokal in den Osten.

Stilecht ging es mit dem Ice über Leipzig in Richtung Grenze. Nach einer kurzen Stadtverschönerungsmaßnahme und der Suche eines Trägers mit Erfrischungsgetränken auf Hopfenbasis im Leipziger Bahnhof ging es dann Gott sei Dank schnell weiter. Mit Träger…das sollte sich später noch als wichtig herausstellen.
In der Stadt angekommen wurde das Hotel bezogen. Gut, wir waren ein wenig underdressed im Businesshotel. Dazu kam das Bier in den Seitentaschen des Rucksacks. Aber das sollte unserer guten Stimmung keinen Abbruch tun. Nach einer kurzen Pause wurde dann auch schnell das Thema Kultur abgehakt. „Ist das die Frauenkirche?“ – „Ja, das Parkhaus heißt, an der Frauenkirche!“ – „Cool, lass uns n Bier trinken gehen…“

Nach einem köstlichen Schnitzel ging es dann zu Fuß in Richtung Stadion. Gut war, dass wir unsere Schals doch im Hotel gelassen haben, nachdem wir gehört haben, dass der ein oder andere Dortmunder diesen schon an Dresdner abgeben durfte. Ich denke, dass die Guten als gute Gastgeber die einfach mal waschen wollten. Nun ja, der Weg zu Stadion wurde dann gesäumt von mehr oder weniger angemeldeten Bierständen und der ein oder anderen Gruppe von Schalwächtern. Aber an sich war alles ruhig. Am Stadion angekommen fragte ich mich, ob hier gleich die Pegida-Demo langkommt. Die Staatsmacht war sehr gut vertreten. Nachdem wir uns gewundert haben, dass alle anderen Auswärtsfans mit Shuttlebussen angekutscht wurden, haben wir uns sehr nochmal bestätigt gefühlt, unsere Schals lieber zuhause in den Trockner zu tun.

Nach zwei Einlasskontrollen durften wir dann auch ins tatsächlich ganz schöne Stadion. Hier durften wir uns dann erst einmal an Lightbier und THÜRINGER Bratwurst ergötzen. Allemal besser als die Köfte und der Ayran in Istanbul. Sodann auf zum Platz. Oh, Sitzkissen vergessen. Verdammt. Na gut, geht eh gleich los:
Nachdem das Spiel in den ersten 20 Minuten bis auf eine -na nennen wir es mal- Halbchance von Ciro in der 12 Minute nur vor sich hingedümpelt ist, kam in Minute 22 das erste Mal Spannung auf. Der Ex-Schlaker Erdmann stellte einfach mal sein Bein gegen Reus rein. Gut, der Ball war nicht zu sehen. Macht ja nix. Im Block wurde es dann auf einmal ziemlich ruhig als er behandelt wurde. Erste ärztliche Meinungen wurden beim Lightbier ausgetauscht: 5 Euro auf Syndesmose? Wie es wohl um seine Berufsunfähigkeitsversicherung bestellt ist? Ist das Bein überhaupt noch dran? Auf den ersten Blick sah es ganz bitter aus. Sollte sich ja dann doch relativieren.
Gute neun Minuten später rempelte Kuba dann im Strafraum einen Dresdner um. Ui ui ui, im Frauenfussball wird das gepfiffen. Vielleicht waren wir aber auch nur etwas empfindlich aufgrund des Lightbiers. Immer wieder dieses Lightbier…
Nachdem Micki fur Reus gekommen ist, wurde von ihm die nächste Halbchance gezählt. In der 34. Minute zimmerte er den Ball leider links über den Balken. Naja. Wenigstens ein Versuch.
Kurz darauf dann Aufreger Nummer 2: In der 43. Minute kommt der Ellenbogen von Hefele gegen Ciro zum Einsatz. Nichts passiert. Schlechtes Karma aufgrund meiner Gedanken an Frauenfussball? Hmm. Dann der sofortige Gegenzug von Dynamo, der jedoch fälschlicherweise als Abseits gepfiffen wurde. Ansonsten wären da nur noch Wiese und ein Australier gewesen. Doch kein schlechtes Karma.

Apropos Australier. Nach einer ereignislosen Halbzeit – nicht mal ne Playstation tri wurde verlost – musste Mitch dann in der 48. Minute rauskommen und aus kurzer Distanz und spitzem Winkel parieren. Hui.
Kurz darauf dann wieder auf unsere Seite und zurück zum Thema Karma: Endlich konnte Ciro – nach dem Vorfall in Minute 43 noch Matthias Sammer-like getackert – es Herrn Hefele heimzahlen. Einen katastrophalen Querpass nimmt er im 16er schön mit der Brust an und hämmert den Ball in die Maschen. Jawohl. Wir haben es immer gewusst: Heute platzt der Knoten bei Nelson…ähm Ciro.
Kurz darauf waren wir dann schon wieder in der Defensive gefordert. Die Frage in Minute 53 lautete: Was macht der Mats denn da? Er dachte wohl, dass man Geschenke immer mit Gegengeschenken belohnen sollte. Bei der verunglückten Rückgabe (wohl aufgrund des Rasens weggerutscht der Gute) wurde zur Vorlage und Mitch musste den nicht ganz platzierten Schuss mit dem Fuß abwehren.
Danach wurde es dann endlich wieder langweilig. Bis in der 77. Minute der gute Ciro erst schön links davonzieht – nachdem er vorher Laufduelle verloren hat, die selbst ich besser gemeistert hätte… – und in der Mitte Ramos bedient, der übrigens zwischenzeitlich eingewechselt wurde. Der trifft dann mehr oder weniger frei vor dem Tor und nach einer verunglückten Ballannahme leider nur den Pfosten aus spitzem Winkel. Gut, war schwer zu machen. Aber langsam verstand man, warum das Best-of seiner Hertha-Tore aus Kopfbällen und Abstaubertoren bestand.
Zumindest defensiv konnten wir uns dann recht stabil zeigen und die Minuten langsam verrinnen lassen.
Bis in der 90. Minute dann endgültig der Drops gelutscht war. Ciro wurde von Kuba in der Mitte bedient, nachdem Gündogan (nach einem Foul an Ramos) den Ball schön auf ihn weitergeleitet hatte und knallte die Kugel humorlos rein. Sehr schöne Vorteilsauslegung. Vielen Dank. Damit war zumindest klar, dass wir danach noch etwas zum begießen hätten.
Die letzten Minuten der Nachspielzeit passierte dann auch nichts mehr. Abpfiff. Kurz feiern lassen. Danke und ab in die Kneipe.

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2 Gedanken zu “International, scheißegal

  1. „Danke und ab in die Kneipe.“ – wieso ist der eigentliche Anfang dein Ende? Los, weiterschreiben.

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